„Eisenschweins“ geschlagen zu haben. Bereits zu diesem Zeitpunkt hatte die Lok einen äußerst spannenden und wechselvollen Lebensweg hinter sich.
Von der Reichsbahn im Dezember 1941 im fränkischen Bw Pressig-Rothenkirchen in Dienst gestellt (Hersteller AEG), begann die sechsachsige schwere Güterzug-Ellok ihr erstes Leben mit der ihr zugedachten Beförderung von schweren Güterzügen auf den Strecken der Frankenwaldrampe und des Thüringer Waldes.
Zum Kriegsende war die Maschine im Bw Probstzella abgestellt und wurde diesem Bw im Herbst 1945 für die ersten Nachkriegseinsätze zugewiesen. Dieser kurze betriebliche Frühling endete für die 052 und alle ihre elektrischen Schwestern jäh am 31.03.1946 mit dem SMAD-Befehl, den elektrischen Zugverkehr einzustellen und den gesamten elektrischen Fahrzeugpark der Sowjetischen Besatzungszone im Rahmen der Reparationsleistungen an die UdSSR abzugeben.
Am 04.05.1946 ging die 052 zusammen mit ihren Schwestermaschinen 040, 046, 054, 056 und 106 von Weißenfels in die Sowjetunion. Zwischen 1948 und 1951 wurde sie dort - in ihren zweiten Leben - als Breitspur-Ellok unter der Bezeichnung TEL 94-052 (T=Trofeija) auf der Strecke Koshwa - Workuta im fernen Sibirien im schweren Erzzugverkehr eingesetzt.
Am 26.08.1952 kehrte sie in einem erbärmlichen Zustand als Schrottlok über den Grenzbahnhof Frankfurt/Oder in den nunmehr sozialistischen Bruderstaat DDR zurück.
Nach jahrelanger Abstellung wurde sie nach schier unglaublichen Anstrengungen im RAW Dessau Anfang Juni 1957 zu ihrem dritten Leben erweckt und dem Bw Halle P zugeteilt.
Mit der Eröffnung des elektrischen Zugbetriebes zwischen Leipzig und Zwickau im Jahr 1963 gelangte die 052 zum Bw Zwickau, wo sie bis zur Ablösung durch die Neubau-Elloks der BR 250 im September 1979 mit ihren Schwesterloks das jahrelang unverzichtbare Rückgrat des schweren Güterzugdienstes auf den Strecken des sächsischen Mittelgebirgsvorlandes bildete.
Ihr nachfolgender Einsatz durch das Bw Engelsdorf endete (wieder) erst aufgrund des politisch bedingten Zusammenbruchs der DDR-Wirtschaft und somit des Schienengüterverkehrs der DR im Rahmen der deutschen Wiedervereinigung. Am 31.01.1992 wurde die 254 052, zusammen mit allen ihren verbliebenen Schwestermaschinen durch die DR ausgemustert. Aber auch dieses Ereignis sollte noch nicht das Ende der Karriere dieser Lok darstellen.
Nach dem Verkauf an die Eisenbahnfreunde Oberberg schien ihre weitere Zukunft als nichtbetriebsfähige Museumslok vorgezeichnet. Aber völlig überraschend wurde die inzwischen von der Prignitzer Eisenbahn (PE) erworbene Lok von ihrem neuem Eigentümer einer betriebsfähigen Aufarbeitung bei der LAUBAG in Brieske und im AW Dessau unterzogen und erblickte nun zum vierten Mal das Licht der Eisenbahnbetriebswelt. Die nunmehr wieder als E 94 052 bezeichnete Lok wird seitdem durch PE Cargo wiederum auf Strecken ihrer langjährigen Heimat vor schweren Braunkohlenstaubzügen zwischen Spreewitz und Deuna sowie vor schweren Zementganzzügen zwischen Berlin-Greifswalder Straße und Deuna eingesetzt; meist zusammen mit altehrwürdigen Taigatrommeln der BR V 200 oder hochmodernen Taurus-Elloks des Siemens-Dispolokpools.
Aufgrund ihrer hohen Schadanfälligkeit kommt die 052 aber nur sehr unregelmäßig zum Einsatz. Es bleibt abzuwarten, ob mit einer fast 63 Jahre alten Lokomotive ein regelmäßiger und wirtschaftlich sinnvoller Zugbetrieb im heute hart umkämpften Schienengüterverkehrsmarkt realisierbar ist. Die PE Cargo beweist hier äußerst viel Mut - zur Freude der meist langjährigen fotografischen Begleiter entlang der Einsatzstrecken dieser E 94.